
Schaffhauser Nachrichten, 18. Oktober 2021
Martin Edlin
„Knapp zwanzig Jahre gemeinsames Musizieren und kein bisschen zur Erstarrung neigende Routine, sondern traumwandlerische Sicherheit, aus der heraus sich eine nicht erlahmende Spielfreude und eine immer wieder zu überraschenden Wendungen führende Lebendigkeit entwickeln: Das kennzeichnet das Klaviertrio Fontane, und das war auch gestern bei seinem Auftreten im Rahmen der Matinees «Klassik im Rüden» zu erleben: Was für eine Stunde im prächtigen Zunftsaal, wo «Hausmusik im gehobenen Rahmen» – wozu die elegant-galante Kleidung der Musizierenden prächtig passte – zu konzertanter Kammermusik hohen Anspruchs werden kann! […] Dank dem allen Ansprüchen sowohl technischer wie musikalischer Natur gerecht werdenden Können der drei wurde das Klaviertrio zum sprudelnden Brunnen, aus dem sich ein bemerkenswertes Musikerlebnis schöpfen liess.“
„Das Trio Fontane aus Zürich spielt das einzige Klaviertrio von Hermann Goetz (1840–1876) und das erste der vier Trios von Hans Huber (1852–1921). Sie enthalten im Kern alles, was für die Kammermusik der beiden Schweizer Romantiker kennzeichnend ist: zarte Lyrismen und Leidenschaft, schwärmerisches Pathos und instrumentale Bravour. Beim Trio Fontane sind die beiden Werke dank hinreissenden Interpretationen ideal aufgehoben.“
„Das Trio Fontane und Nicolas Senn überzeugten beim Osterfestival mit ungewöhnlichen Arrangements. Ihr hinreissendes Zusammenspiel verleitete das Publikum zu Begeisterungsstürmen. „Vo Lozärn gäge Weggis zue“ und Rossinis Ouvertüre aus „Wilhelm Tell“, Haydn, Brahms und eine Uraufführung: All dies zeigte die Spannweite von „Klassik trifft Folklore“. Das preisgekrönte Trio Fontane bot zusammen mit Nicolas Senn einen Konzertabend der besonderen Art. Dass sie vieles auswendig spielten, intensivierte den hervorragenden Zusammenklang. Wie Verzögerungen zelebriert wurden, um umso vehementer in den nächsten Geschwindigkeitsrausch zu stürzen, war phänomenal.
„Der Funke sprang schon bei den ersten Takten aufs Publikum über. Sie spielten in Höchstform, zeigten auf beeindruckende Weise, wie sie und die Instrumente miteinander kommunizieren. Kurze Blicke untereinander, ein Lächeln da, ein Kopfnicken dort reichte aus. Fest steht, dass fast 16 Jahre gemeinsames Spiel vieles zur Selbstverständlichkeit macht und trotzdem braucht es für jeden Auftritt die totale Aufmerksamkeit und das Engagement jedes Einzelnen.“
„Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass in der Schweiz, genauer gesagt in Zürich, in den letzten zweihundert Jahren zumindest handwerklich untadelige, aber auch inspirierte und sogar begeisternde Musik geschrieben wurde – hier ist er!“
„No composer, living or dead, could ever hope for his or her music to be played with greater empathy, emotional sincerity, and tonal beauty than it is here. For all lovers of gorgeous Romantic chamber music its immediate purchase is not just urgently recommended, it’s compulsory.“
„Ein volles Haus zeugte vom Triumpf dieses Anlasses in der Adventszeit. 350 Zuhörer füllten die Brüttemer Mehrzweckhalle und freuten sich auf die angekündigte Liaison von klassischen Klängen und Hackbrett-Tönen. Die „Crossover“-Künstler wagten die Grenzüberschreitung zwischen den Musikgenres Folklore und Klassik mit Erfolg. Werke der klassischen Sparte von Liszt, Haydn, Schubert und Hubay mischten sich mit Hackbrett-Wirbeln. In ein Potpourri von verschiedenen Zigeunerliedern fielen klassische Einwände, wurden stürmisch akzentuiert und gelungen verkettet. Gekonnt jagten sich Tonfolgen: Mit stetigem Blickkontakt stimmten sich die Musiker wirkungsvoll untereinander ab. Die Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft wurde durch Solodarbietungen auf jeden Künstler gelenkt. Die Begabung und Vielseitigkeit der einzelnen Musiker an ihren Instrumenten beeindruckte. Die Ernsthaftigkeit, klassische Werke mit der spielenden, tänzerischen Volksmusik in Einklang zu bringen, ist dem Ensemble überaus geglückt. Dem Auditorium schien diese Verflechtung zweiter ganz verschieden gelagerten Musikrichtungen gefallen zu haben. Der stürmische Applaus und Bravorufe entlohnten die Künstler. Mit spürbarer Begeisterung verliessen die Gäste die Mehrzweckhalle.“
„Selten sieht man ein Kammermusikensemble mit solch einer Freude musizieren. Wo meist Konzentration die Mimik erstarren lässt, strahlte auf den drei Gesichtern des Trio Fontane offenes Lächeln und Begeisterung. Musik wurde so zu einer beispiellosen Lebendigkeit erweckt, die sich im aufmerksamen Lauschen des Publikums spiegelte – und im begeisterten Applaus.“