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Zürich klingt

Schweizer Musikzeitung, 9. November 2017
Daniel Lienhard

Zum hundertjährigen Bestehen gibt die Zentralbibliothek Zürich eine Doppel-CD heraus mit Kammermusik und Liedern aus ihren Beständen.
Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass in der Schweiz, genauer gesagt in Zürich, in den letzten zweihundert Jahren zumindest handwerklich untadelige, aber auch inspirierte und sogar begeisternde Musik geschrieben wurde – hier ist er! 2005 nahm die 1917 gegründete Zentralbibliothek die alte Zürcher Tradition der Neujahrsblätter leicht abgewandelt wieder auf: mit einer CD mit Klaviermusik von Johann Carl Eschmann. Die diesjährige Doppel-CD Zürich klingt erinnert an das hundertjährige Bestehen der Bibliothek mit einem Querschnitt durch die reichen Bestände der Musiksammlung. In dieser Abteilung findet man nicht nur die Musikalien der Bibliotheken der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich, des Opernhauses, der Tonhalle und des Konservatoriums, sondern auch rund 200 Musikernachlässe.
Aufgenommen wurden Lieder und Kammermusik, verdienstvollerweise nicht nur von Othmar Schoeck, dem berühmtesten in Zürich lebenden Komponisten, sondern auch von heute unbekannten Musikern wie Friedrich Niggli, Emil Frey oder Hans Jelmoli. Nicht fehlen durften natürlich Werke von Xaver Schnyder von Wartensee und Hans Georg Nägeli, den Grössen der Schweizer Musik des 19. Jahrhunderts und von Johann Carl Eschmann, dessen Musik immer grosses Hörvergnügen bereitet. Die Welt hat vielleicht nicht gerade auf ein Klaviertrio-Arrangement von Smetanas Moldau gewartet, aber der gebürtige Berliner Boris Mersson hat es auf jeden Fall mit Können und Geschmack geschrieben. Das ausgezeichnete Trio Fontane spielt es klangschön und mit Verve. Seine Pianistin Andrea Wiesli zeichnet nicht nur für die Programmauswahl verantwortlich, sondern begleitet auch die Sopranistin Muriel Schwarz und den Bariton Ruben Drole in überaus lebendigen Interpretationen der Lieder. Ausserdem stellt sie mit Volkmar Andreaes Drei Intermezzi für Klavier ein unbekanntes Werk des berühmten Dirigenten vor. Last but not least rundet das hervorragende Klaviertrio «über ein Zürichsee-Lied» von Carl Rütti, eine Auftragskomposition der Zentralbibliothek, mit neuen Klängen zwei CDs ab, denen man viele Hörer wünscht.

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Trio Fontane beschließt Reihe der Sommerkonzerte

Südkurier, 21. August 2017
Corinna Raupach

„Pianistin Andrea Wiesli schließt die Augen, horcht in sich hinein und gibt den Einsatz zum leichtfüßigen Mozart-Allegro. Luftig wirft das Klavier das Thema in den Raum und entwickelt es nach spielerischen Einwürfen von Geige und Cello weiter. Ein Reigen aus Grazie und Leichtigkeit entfaltet sich, der auch die in muntere Passagen eingewebten Seufzer ernst nimmt. In aller Ruhe kosten die Musiker des Trio Fontane die melodischen Weiten des Larghettos aus und umschmeicheln sie mit Trillern und Verzierungen. Nimmt die Geige die liedhafte Melodie mit viel Süße, wandelt das Cello sie in sanfte Traurigkeit, freundlich denkt das Klavier den beiden nach. Geradezu mutwillig startet das Rondo und strebt nach tänzerischem Beginn kraftvoll, fröhlich oder melancholisch zum temperamentvollen Schluss.
Mit dem Werk eröffnet das Schweizer Trio Fontane das letzte Sommerkonzert in der Schlosskirche. Seit 2002 spielen Andrea Wiesli (Klavier), Noëlle Grüebler (Geige) und Jonas Kreienbühl (Cello) zusammen. Ihre Konzerte widmen sie vor allem der Wiederentdeckung vergessener Komponisten und der Interpretation neuer Musik. Beispielhaft dafür stehen die nächsten Programmpunkte: Der Österreicher Heinrich von Herzogenberg war zu Lebzeiten anerkannter Komponist romantischer Musik, stand aber im Schatten seines Zeitgenossen und Freunds Johannes Brahms.
Die zweite „Legende“ entstand wahrscheinlich 1888 nachdem der Komponist wegen eines Gelenkleidens monatelang ans Bett gefesselt war. Über dunkel rauschendes Klavier singt das Cello eine leidenschaftliche Elegie, die nach sanft schwebendem Mittelteil aufbegehrt und schließlich verebbt. Das Adagio aus seiner Violinsonate lebt von langen Bögen, in großer Amplitude und über alle Saiten ausgelebt. Vor Übermut, Energie und waghalsigen Doppelgriffen sprüht das Allegro. Aus seinem zweiten Klaviertrio geben die Musiker das Andante. Anfangs erhebt sich die Geige, sachtes Raunen des Klaviers und gezupfte Tupfer des Cellos stützen sie. Empathisch antwortet das Cello, das Klavier reagiert mit großem Crescendo. Geradezu zärtlich begegnen sich die Instrumente und finden sich im zart gewobenen Schlusston.
Der Schweizer Komponist Carl Rütti hat sein erstes Klaviertrio für das Trio Fontane geschrieben, Anlass war der 100. Geburtstag der Zentralbibliothek Zürich. „Die Komposition musste mit dem Musikalienbestand der Bibliothek zu tun haben“, erzählt Andrea Wiesli. Rütti wählte das „Vaterlandslied auf den Zürichsee“ von Anton Liste. Im zweiten Satz zitieren Geige und Cello dieses wörtlich. „Das Klavier spielt dazu etwas, das Rütti „Amselgesang“ nannte“, sagt Wiesli. Rütti macht in seiner Musik das Wasser hörbar: es fließt und tröpfelt, strömt und verdunstet. So lieblich es im Sonnenschein glitzert, so wild tobt es im Sturm. Dabei ist es nicht bösartig, es tanzt vielmehr, mischt Jazz mit einer etwas verstimmten Amsel, Humor mit schillernder Virtuosität. Diese Musik verändert die Musiker: Andrea Wiesli, die sonst mit ihren Tönen flirtet oder ihnen wie träumend hinterherschaut, greift fest zu und lässt das Klavier hüpfen. Die ernste Noëlle Grüebler hält es kaum auf ihrem Stuhl, wenn sie ihre Geige zum Rhythmusinstrument macht. Jonas Kreienbühl heizt mit Bogen und Fingern über die Saiten. Begeisterter Applaus belohnt den Ausflug an den Zürichsee.“

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Märchenhafter Klangzauber

Schwäbische Zeitung, 21. August 2017
Christel Voith

„Alle drei Musiker begeistern ihr Publikum mit ansteckender Frische und Lust für Innovation. So darf es nicht wundern, dass der Komponist Carl Rütti aus Zug ihnen sein „Trio über ein Zürichsee-Lied“ auf den Leib geschrieben hat, ein Auftragswerk zum 100-jährigen Bestehen der Zentralbibliothek Zürich. Schon nach den ersten Takten des Cellos deutete die Violine das Lied an, das in allen drei Sätzen immer wieder neu anklingt, intensiver wird, suggestive Klangbilder schafft, die in jazzige Rhythmen hinübergleiten. Alpenländisch und zugleich märchenhaft entrückt klingt es im Adagio, ehe das Werk mit lebhaft tanzendem und schillerndem Jig ausklingt.
Spritzig, magisch, filigran
Wie in diesem vielfarbigen zeitgenössischen Trio hatten die Musiker auch zuvor mit brillantem Spiel gefangen genommen. So sprudelte der Quell eingangs in Mozarts Trio B-Dur KV 502. Spritzig gingen sie das Trio an und zeigten zugleich viel Seele in den lyrischen Passagen. Magisch war der Ton von Klavier und Violine in den süffigen Kantilenen des Larghetto, während das Allegretto zum verspielten Dialogisieren wurde, das die Musik in filigranem Spiel funkeln ließ.
Zur Freude von Kantor Wittnebel, der schon mehrfach mit der Kantorei Werke von Heinrich von Herzogenberg aufgeführt hat, stand der glühende Brahms-Verehrer auch hier auf dem Programm. Glühend war auch die Legende op. 62 Nr. 2 für Violoncello und Klavier, bei der der Cellist mit seinem samtenen Ton richtig zur Geltung kam. Mit großer Tiefe schufen die Spieler einen betörenden Klang. Nicht minder schön waren die Sätze aus der Violinsonate Nr. 2 op. 54, die die Geigerin und die Pianistin in innigem Miteinander wie in sprühender Dynamik verbanden. Und wie eine Traumlandschaft von märchenhaftem Zauber zog danach das Andante aus Herzogenbergs Klaviertrio Nr. 2 d-Moll op. 36 in wogendem Miteinander vorüber. Einen sehr stimmigen Schlusspunkt setzte Gabriel Faurés romantische Träumerei „Après un rêve“.“

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Fanfare Magazine

Radecke Piano Trios and Fantasy Pieces

„No composer, living or dead, could ever hope for his or her music to be played with greater empathy, emotional sincerity, and tonal beauty than it is here. For all lovers of gorgeous Romantic chamber music its immediate purchase is not just urgently recommended, it’s compulsory.“

Jerry Dubins
Juli/August 2017

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MusicWeb International

Robert Radecke Piano Trios

„There’s no doubting that Radecke could come up with a ‚good tune‘, and that’s exactly what we get in the Andante sostenuto; its tender whisperings are delicately etched by the players. The finale is genial and smiling, with the Trio Fontane giving it their all with confidence and surety. …
I couldn’t imagine more enthusiastic advocacy of these delightful scores than that which permeates these captivating performances by the Trio Fontane, who maintain a decorous balance throughout. CPO’s splendid sound quality is another plus.“

Stephen Greenbank
March 2017

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Hingebungsvoll

KLASSIK.COM
Dr. Jürgen Schaarwächter

Robert Radeckes Kammermusik steht der zahlreicher Zeitgenossen in nichts nach – zumal wenn sie so feinfühlig und hochengagiert geboten wird wie hier.

Wer als Komponist in der Mitte des 19. Jahrhunderts seine Ausbildung in Leipzig absolvierte, konnte sich kaum dem Dunstkreis Mendelssohns, Schumanns, Moscheles‘ oder Julius Rietz‘ entziehen; so auch der aus Schlesien stammende Robert Radecke (1830–1911), der zwar seinen ersten Unterricht bei seinem Vater, einem Kantor erhalten hatte, der aber von den ‚üblichen Verdächtigen‘ am Leipziger Konservatorium unterwiesen wurde. Als bester Organist seines Jahrgangs durfte er 1850 Schumann dessen BACH-Fugen op. 60 vorspielen. So überrascht auch der Titel der ‚Drei Fantasiestücke‘ op. 7 für Violoncello und Klavier nicht, die 1853, nur drei Jahre nach Schumanns ‚Fünf Stücken im Volkston‘ im Druck erschienen. Die Stücke, melodisch und harmonisch attraktiv und der Leipziger Tradition offenkundig verpflichtet, sind ‚dankbares Futter‘ und eine willkommene Alternative zu dem üblicheren Repertoire der Zeit. Jonas Kreienbühl und Andrea Wiesli erweisen sich als engagierte, überzeugte und überzeugende Anwälte der Musik, mit hohem Stil- und Formgefühl. Der leichte Zugriff im letzten Satz ist genauso erfolgreich wie der kantable Tonfall im Mittelsatz, beides in unübertriebenem Understatement. Kreienbühl setzt nicht zu viel Vibrato oder Portamento ein und trifft so gerade den rechten Ton, während Wiesli dem Flügel wohltuend warme Klänge entlockt.

Radeckes Klaviertrios As-Dur und h-Moll entstanden bis 1851 bzw. 1853/1855/1868, erlebten ihre Drucklegung aber erst 1864 resp. 1868 unter den Opuszahlen 30 bzw. 33; das zweite Trio ist Anton Rubinstein gewidmet, das erste bekamen Schumann wie auch Franz Liszt zu Gehör, beide waren gebührend beeindruckt. Die musikalische Tiefe und Qualität der Kompositionen fügen dem nicht gerade weitbekannten Klaviertriorepertoire des zweiten Drittels des 19. Jahrhunderts attraktive Beiträge hinzu. Ein paar kleinere Formalismen in der Textur des späteren Trios beeinträchtigen seinen musikalischen Wert kaum, zumal in derart hingebungsvollen Darbietungen wie hier durch das Trio Fontane (neben Kreienbühl und Wiesli der Geigerin Noëlle Grüebler. Das Trio, 2002 an der Zürcher Musikhochschule gegründet und von jeher ein Anwalt auch wenig bekannter (auch schweizerischer) Musik, ist in Radeckes Idiom hörbar zu Hause und bietet engagierte, tiefgründige Interpretationen. Die Energie springt unmittelbar über, dem Gespür für Kantilene wird an passender Stelle aber auch immer der rechte Platz eingeräumt. Sehr schön ausgespielt wird auch das dynamische Spektrum der Musik, bis in das differenzierteste Pianissimo bleiben die Texturen aber von größter Klarheit.

Der Schweizerische Rundfunk SRF bietet brillante, gut strukturierte und atmosphärisch dichte Aufnahmetechnik (das Zürcher DRS-Studio ist der perfekte Aufnahmeort), das Booklet informiert umfassend über den Komponisten, von dem nur vier Kammermusikwerke zu Lebzeiten im Druck erschienen (neben den drei hier vorgelegten noch Vier Stücke für Violine und Klavier op. 1).

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PREMIERE TOP OF SWITZERLAND

Die Vorpremiere und Premiere unseres neuen Programms „Top of Switzerland“ im Wolfsberg (31. Oktober) und Seepark Thun (2. November) vor ausverkauften Sälen war ein voller Erfolg! Unsere virtuose Kombination von Schweizer Volks- und Kunstmusik wurde mit einer Standing Ovation beklatscht.

Der Schweizer Hackbrettler Nicolas Senn und das Trio Fontane musizieren seit mehr als drei Jahren in der ganzen Schweiz. Mit „Top of Switzerland“ knüpfen sie an ihren Programmerstling und Grosserfolg „Klassik trifft Folklore“ an.

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KLASSIK UNTER DEM WEIHNACHTSBAUM

RADIO SWISS CLASSIC, 13. Dezember 2016
Irène Maier
4504_850x478Robert Radecke: Kammermusik
Das Schweizer Trio Fontane hat sich zu einer festen Grösse in der Klaviertrio-Landschaft entwickelt und überrascht immer wieder mit originellen Programmen. Mit einem ausgesprochenen Feinsinn für Farbenvielfalt und einem überzeugenden Gestaltungswillen schürfen die drei Musikerinnen und Musiker die verborgenen Schätze dieser hochromantischen Musik zutage und lassen sie funkeln wie ein Kaleidoskop. Es ist Musik zum genussvollen Hin- und Zuhören. Und sie zeigt, wie wertvoll solche Trouvaillen für die Bereicherung des üblichen Musikbetriebes sind.